Die spanische Immobilienbranche

Spanien ist ein beliebtes Urlaubsland. Tausende Hotels, insbesondere an den Stränden, zeugen davon. Viele Urlauber waren und sind so von der Schönheit des Landes und seiner vielfältigen Erholungsmöglichkeiten gefesselt, dass sie sich Ferienwohnungen und -häuser gekauft haben. Investitionen in Hotelanlagen und Häuserbau waren wesentliche Gründe für den großen Boom der spanischen Immobilienbranche. Viele Spanier ließen sich angesichts der Euphorie und niedrig angesetztem Konditionen für Finanzierungen von Immobilienkäufen locken.

2008 kam die abrupt eintretende Krise im Baubereich, welche bis heute der gesamten spanischen Wirtschaft Probleme bereitet und die Regierung vor grosse Herausforderungen stellt. Aufträge für Bauunternehmen blieben aus, die Preise und Werte für Grundstücke und Immobilien fielen, kreditgebende Banken sahen sich mit nicht mehr Tilgungsraten und Zinsen bedienen könnenden Kreditnehmern konfrontiert und argen Schwierigkeiten ausgesetzt. Zuvor brach schon der US-Amerikanische Immobilienmarkt ein. Europa fühlte sich davor gefeit, blieb aber nicht verschont. Der britische Markt folgte und dies hatte auch Auswirkungen auf die zahlreichen britischen Kunden und Investoren in Spanien. Ein Dominoeffekt setzte ein.

Erholt hat sich der spanische Immobilienmarkt noch nicht, das vor 2008 erreichte Niveau ist noch in weiter Ferne. Aber der in Deutschland eingetretene Aufschwung kann Hoffnung machen. Steigende Einkommen und die damit verbundene finanzielle Sicherheit und Hoffnung auf künftige Erträge erhöht die Ausgabefreude und wird von vielen überproportional in Urlaubsmöglichkeiten, ob tageweise oder ob als Kauf eines dauerhaften Domizils, investiert. Und eines ist sicher: Egal in welchen ökonomischen Zeiten, Spanien bleibt für sehr viele Menschen ein mit Sehnsüchten verbundenes Land.