Die spanische Automobilbranche

Die spanische Automobilindustrie trägt als wichtiger Wirtschaftszweig rund 3,5% zum Bruttoinlandsprodukt Spaniens bei und beschäftigt etwa 9% der Arbeitnehmer des Landes. Obwohl es derzeit nur einen namhaften Automobilhersteller in Spanien (SEAT) gibt, haben sich zahlreiche internationale Unternehmen dort angesiedelt, um von den guten Standortfaktoren zu profitieren. Als einziger nationaler Hersteller für Kraftfahrzeuge beschäftigt SEAT in Spanien rund 11.100 Mitarbeiter. Das Unternehmen, das ehemals mit Hilfe des italienischen Automobilherstellers Fiat gegründet wurde und mittlerweile zur Volkswagen Group gehört, stellte im Jahr 2010 345000 Fahrzeuge her. Diese Produktionszahl schließt nicht die in Spanien gefertigten Volkswagen-Fahrzeuge ein und berücksichtigt keine im Ausland produzierten Fahrzeuge der Marke SEAT. Bis zum Jahre 2011 existierte noch ein zweiter PKW-Hersteller namens Santana. Das Unternehmen produzierte Lizenzbauten für Land Rover, Suzuki und Iveco, während es gleichzeitig als Entwicklungspartner für andere Hersteller die Konzeption von Fahrzeugen übernahm.

Zu den wichtigen ausländischen Unternehmen der Automobilindustrie mit Produktionsstandorten in Spanien gehören vor allem General Motors / Opel mit Produktionsstandorten in Barcelona und Saragossa, Renault (Valladolid und Villamuriel) und Ford, in dessen Werk in Valencia vor allem die volumenstarken Kleinwagen für den europäischen Markt gefertigt werden. Weitere in Spanien ansässige Unternehmen sind Mercedes-Benz und Nissan, die ebenfalls über insgesamt sechs Standorte in Spanien verfügen. Im Bereich der Nutzfahrzeuge und Lastkraftwagen hat sich in Spanien eine leistungsstarke und profitable Industrie zur Herstellung von Bussen entwickelt. Der europaweit zweitgrößte Hersteller von Bussen, die Irizar S.A. mit Sitz im baskischen Ormaiztegi, unweit des Standortes der Daimler AG in Vitoria, mit der eine enge Kooperation besteht.